Energiepolitik erscheint häufig als ein kompliziertes technisches Thema. Es geht um Netze, Kraftwerke, Kilowattstunden und gesetzliche Vorgaben. Im Gespräch mit dem EWS-Energiewende-Magazin macht die Energieökonomin Prof. Claudia Kemfert jedoch deutlich, dass dahinter weit mehr steckt: Energie bedeutet auch Macht, wirtschaftliche Abhängigkeit, Sicherheit und gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten.
Kemfert warnt davor, weiterhin auf fossile Energieträger und die damit verbundenen Importabhängigkeiten zu setzen. Öl und Gas seien nicht nur ein Klimaproblem, sondern machten Haushalte, Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft abhängig von internationalen Krisen und schwankenden Weltmarktpreisen. Investitionen in neue fossile Infrastruktur könnten zudem Kapital binden, das für erneuerbare Energien, moderne Netze und Speicher benötigt werde.
Gleichzeitig vermittelt das Interview eine ermutigende Botschaft: Die Energiewende eröffnet Möglichkeiten, wieder mehr Kontrolle über unsere Energieversorgung zu gewinnen. Wenn Energie regional erzeugt, gespeichert und möglichst auch vor Ort verbraucht wird, können Kosten planbarer und regionale Wertschöpfung gestärkt werden. Kommunen, Stadtwerke, Unternehmen, Genossenschaften sowie Bürgerinnen und Bürger erhalten dadurch neue Handlungsspielräume.
Genau dieser Gedanke ist auch für moktwi wichtig. Energiegemeinschaften, regionale Erzeugungsanlagen und Speicher sind nicht nur technische Bausteine. Sie können dazu beitragen, dass Menschen ihre Energieversorgung gemeinsam mitgestalten und ein größerer Teil der Wertschöpfung in der Region bleibt.
Ein lesenswertes Interview über die politischen und wirtschaftlichen Interessen hinter der Energiewende – und darüber, warum wir uns von Gegenwind nicht entmutigen lassen sollten.
Quelle: EWS-Energiewende-Magazin: Interview von Kristin Langen mit Prof. Claudia Kemfert, veröffentlicht am 2. Juli 2026.
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